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Lernplan erstellen: So lernst du entspannter und zielgerichteter

Mit einem Lernplan behältst du den Überblick, strukturierst deine Lernzeit und bleibst leichter motiviert.

Hand plant Lernzeiten in einem Kalender mit Stift

Du hast viel Lernstoff vor dir, weißt aber nicht so recht, womit du anfangen sollst? Oder du nimmst dir regelmäßig vor zu lernen und stellst am Ende der Woche fest, dass doch wieder etwas dazwischengekommen ist? Ein Lernplan kann dir dabei helfen, den Überblick zu behalten und deine verfügbare Zeit sinnvoll einzuteilen und leichter zu lernen.

Dabei geht es nicht darum, jede freie Minute durchzuplanen. Ein guter Lernplan schafft vielmehr eine realistische Struktur: Du weißt, was du erreichen möchtest, welche Aufgaben anstehen und wann du dich darum kümmerst.

Warum ist ein Lernplan sinnvoll?

Gerade bei einer Weiterbildung, Umschulung oder Prüfungsvorbereitung kann schnell eine große Menge an Lernstoff zusammenkommen. Wenn du versuchst, alles gleichzeitig im Blick zu behalten, kann das schnell überfordernd wirken.

Ein Lernplan teilt ein großes Ziel in kleinere, überschaubare Schritte auf. Dadurch erkennst du besser, was bereits geschafft ist und welche Aufgaben noch vor dir liegen. Gleichzeitig musst du nicht jeden Tag neu entscheiden, womit du anfangen möchtest.

Auch aus psychologischer Sicht können konkrete Pläne dabei helfen, Vorhaben tatsächlich umzusetzen. Eine Forschungsübersicht von Gollwitzer und Sheeran (2006) zeigte, dass es die Zielerreichung unterstützen kann, möglichst konkret festzulegen, wann, wo und wie eine Handlung umgesetzt werden soll. Aus „Ich muss diese Woche noch lernen“ wird beispielsweise: „Am Dienstag von 17:00 bis 18:00 Uhr wiederhole ich Kapitel 3.“

1. Lege dein Lernziel fest und verschaffe dir einen Überblick

Bevor du einzelne Lernzeiten einträgst, solltest du wissen, worauf du hinarbeitest. Dein Ziel kann eine Abschlussprüfung, eine Lernerfolgskontrolle oder auch ein bestimmtes Thema sein, das du sicher beherrschen möchtest.

Formuliere dein Ziel möglichst konkret. Statt:

„Ich möchte besser in Buchhaltung werden.“

könnte es zum Beispiel heißen:

„Bis Ende des Monats möchte ich die Grundlagen der Finanzbuchhaltung verstehen und die dazugehörigen Übungsaufgaben sicher bearbeiten können.“

Sammle anschließend alle Themen, Kapitel und Aufgaben, die dafür wichtig sind. Dabei helfen dir folgende Fragen:

  • Welche Themen sind besonders wichtig? 
  • Wo hast du bereits gute Kenntnisse? 
  • Wo bestehen noch Wissenslücken?  
  • Welche Aufgaben haben eine feste Frist? 
  • Welche Inhalte bauen aufeinander auf? 

So wird aus einem zunächst großen Berg an Lernstoff eine übersichtliche Aufgabenliste.

2. Teile große Aufgaben in kleine Lernziele

„Für die Prüfung lernen“ ist als Aufgabe sehr groß und wenig konkret. Je umfangreicher eine Aufgabe wirkt, desto schwerer kann es sein, überhaupt anzufangen.

Teile sie deshalb in kleinere Schritte auf. Aus der Aufgabe „Prüfungsvorbereitung“ könnten beispielsweise werden:

  1. Kapitel 1 wiederholen 
  2. offene Fragen notieren 
  3. Übungsaufgaben bearbeiten 
  4. Kapitel 2 wiederholen 
  5. Probeprüfung durchführen 

So kannst du Aufgaben besser einplanen und siehst gleichzeitig schneller, was du bereits geschafft hast. Kleine Fortschritte können zusätzlich motivieren.

3. Plane feste Lernzeiten, Pausen und Puffer

Jetzt geht es an den eigentlichen Lernplan. Überlege zunächst, wann du tatsächlich Zeit zum Lernen hast. Berücksichtige dabei nicht nur Arbeit oder Unterricht, sondern auch Termine, Familie, Freizeit und Erholung.

Statt einen ganzen Abend pauschal mit „Lernen“ zu blockieren, kannst du konkrete Lernphasen festlegen. Eine Einheit von etwa 60 bis 75 Minuten mit anschließender Pause kann beispielsweise ein Ausgangspunkt sein. Wie lange du konzentriert lernen kannst, ist allerdings individuell – probiere aus, welcher Rhythmus für dich funktioniert.

Auch Pausen und Pufferzeiten sollten von Anfang an dazugehören. Ein Lernplan funktioniert besser, wenn nicht jede freie Minute verplant ist.

Ein einfacher Wochenplan könnte beispielsweise so aussehen:

TagLernzielZeit
MontagKapitel 1 wiederholen17:00–18:00 Uhr
DienstagÜbungsaufgaben bearbeiten17:00–18:15 Uhr
Mittwochfrei / Puffer
DonnerstagKapitel 2 bearbeiten17:00–18:15 Uhr
Freitagoffene Fragen klären16:30–17:15 Uhr
WochenendeInhalte der Woche wiederholen60 Minuten


Ob du deinen Lernplan auf Papier, im Kalender oder digital erstellst, ist dabei zweitrangig. Wichtig ist, dass du ihn regelmäßig vor Augen hast und anpassen kannst.

4. Keine Motivation zum Lernen? Bleib flexibel

Auch der beste Lernplan verhindert nicht, dass es Tage gibt, an denen die Motivation fehlt. Gerade bei längerfristigen Zielen ist das normal.

Dann kann es helfen, dir dein persönliches Warum wieder bewusst zu machen: Lernst du für einen Abschluss, einen neuen Beruf, bessere Karrierechancen oder einen persönlichen Neustart?

Große Aufgaben können außerdem schnell überwältigend wirken. Nimm dir dann zunächst nur einen kleinen Schritt vor: „Ich beschäftige mich jetzt 20 Minuten mit diesem Kapitel.“ Oft fällt das Weitermachen leichter, wenn der Anfang erst einmal geschafft ist.

Und wenn du regelmäßig hinter deinem Lernplan zurückbleibst, ist das ein Zeichen dafür, dass du ihn überprüfen solltest. Vielleicht hast du zu viele Aufgaben eingeplant, einzelne Themen benötigen mehr Zeit als gedacht oder deine Lernzeiten passen nicht gut zu deinem Alltag.

Ein Lernplan ist keine starre Vorgabe. Er darf und sollte sich verändern, wenn du merkst, dass etwas nicht funktioniert.

Fazit: Mit einem Lernplan Schritt für Schritt zum Ziel

Ein Lernplan hilft dir, große Lernziele in überschaubare Aufgaben zu verwandeln und deine verfügbare Zeit bewusst zu nutzen. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Lernstunden einzuplanen, sondern realistisch und konkret zu planen. 

Lege dein Ziel fest, verschaffe dir einen Überblick über den Lernstoff und verteile die Aufgaben auf feste Zeiten. Plane dabei auch Pausen und Puffer ein und passe deinen Lernplan an, wenn sich dein Alltag oder deine Anforderungen verändern.

So behältst du den Überblick und kannst gleichzeitig sehen, was du bereits geschafft hast – Schritt für Schritt deinem Lernziel entgegen.

Literatur

Gollwitzer, P. M. & Sheeran, P. (2006). Implementation Intentions and Goal Achievement: A Meta-analysis of Effects and Processes. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119.